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Paris – Amsterdam

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Hallo miteinander!

Von der französischen zur holländischen Hauptstadt. Heute stelle ich Ihnen die Reise von Paris nach Amsterdam vor.

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Ein schwieriger Anfang

Diese Reise hat uns vor allem gelehrt, dass man auf Unvorhergesehenes gefasst sein muss …

Abfahrbereit

Ein Platten geht noch, aber drei …

Ich bin am Samstag, den 4. August, gegen 10 Uhr von Paris abgefahren. Mit meinem eigenen Stadtfahrrad, zwei Satteltaschen, die Basile mir netterweise ausgeliehen hat, und einem Zelt. Das stattliche Gewicht meines Gepäcks führte zum ersten Platten kaum eine Stunde nach Abfahrt, am Anfang des Canal de l’Ourcq, als ich noch nicht einmal Paris verlassen hatte. Ich entlade mein Fahrrad, wechsle den Schlauch und suche erfolglos nach einer Tankstelle, wo ich meinen Hinterreifen wieder ordentlich hätte aufpumpen können. Nach einem kleinen Umweg fahre ich also weiter, immer noch am Kanal entlang. Der Weg ist wunderschön, ich bestaune die Landschaft. Einige Stunden später, gegen 13 Uhr bei meiner Mittagspause auf einem kleinen Weg, platzt erneut mein Reifen. Es fängt mich an zu nerven, aber ich wechsle wieder meinen Schlauch und fahre weiter. Ein paar Hundert Meter weiter, auf demselben, leicht steinigen Weg, habe ich einen dritten Platten, schon wieder das Hinterrad. Diesmal, da ich keinen Ersatzschlauch mehr habe, ist die Reise für mich beendet.

Crevaison sur un chemin

Der Heimweg

Und so muss ich also mein Fahrrad entlang einer Landstraße schieben, auf der Suche nach der nächsten Stadt. Und dazu auch noch bei der Hitze, die Temperaturen liegen bei 30°C. Endlich komme ich nach einer guten Stunde Fußmarsch in der Stadt an und finde ein schattiges Fleckchen, um mich etwas zu erholen. Dann gehe ich weiter zum Bahnhof, der in der nächsten, etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernten Stadt liegt. Dort bitte ich bei Einwohnern um Wasser, um meine Reserven wieder aufzufüllen. Schließlich komme ich dann abends wieder zuhause an. An diesem ersten Tag habe ich 30 km zurückgelegt und 3 Platten gehabt. Ein schlechter Tag.

Was dich nicht umbringt, macht dich stärker

Sonntag, Ruhetag. Die Läden sind geschlossen so konnte ich nicht neue Schläuche kaufen. Meine Reifen sind ohnehin nicht stabil genug, um solche Lasten auszuhalten. Den Versuch mit denselben Reifen zu wiederholen, würde zum gleichen Ergebnis führen. Daraufhin borgt mir Basile sein Fahrrad für die Reise, das pannensichere Reifen hat … Die Wahrscheinlichkeit, einen Platten zu haben, wird dadurch also wesentlich geringer, aber ich nehme trotzdem zwei Ersatzschläuche mit, man weiß ja nie …

Ein neuer Start

Da ich am Freitagabend in Amsterdam sein muss, nehme ich am Montag früh am Nordbahnhof den Zug nach Saint Quentin. Das entspricht ungefähr der Stadt, wo ich mich nach zwei Tagen Reise hätte befinden sollen. Ich fahre also fest entschlossen ab, besser ausgerüstet als bei meinem ersten Versuch!

Aufs Neue startbereit!

Auf den Weg achten …

Als ich in Saint Quentin angekommen bin, fahre ich entlang eines Kanals weiter bis zum Stadtausgang. Ich genieße die herrliche Landschaft. Schließlich stoße ich auf eine wenig befahrene Landstraße, bis jetzt komme ich trotz der Höhenunterschiede gut vorwärts. Dann zeigt mir Google Maps Wege an, die aus der Landstraße herausführen und ich schlage sie ein. Es sind sehr steinige und grasbewachsene Feldwege … nicht sehr gut befahrbar, wobei sie nicht einfach zu finden waren und mir ein paar Umwege eingebracht hatten … ich wage nicht daran zu denken, was ohne die pannensicheren Reifen passiert wäre … etliche Platten, ganz sicher.

… und auf die Hunde!

Am Ende eines dieser Wege fuhr ich auf Gras entlang eines Privatgrundstücks. Da kamen plötzlich zwei Hunde hervorgeschossen, bellten mich an und hetzten mir hinterher. Ich trat in die Pedale so gut ich konnte, wich ihnen aus und schaffte es, sie abzuhängen … Aber sie haben mir einen schönen Schrecken eingejagt! Ich gebe euch den Rat, bestimmte Teile eurer Reiseroute vorher per street views von google maps oder über Google Earth zu überprüfen. So könnt ihr schwierige Wege, denen man sogar eine stark befahrene Landstraße vorziehen würde, meiden.

Die Hitze und die Höhenunterschiede, zwei andere Feinde dieses Tages

An diesem Tag herrschte auch eine extreme Hitze, die ich umso mehr zu spüren bekam, als die Landstraßen, auf denen ich fuhr, nur von Feldern umsäumt waren und Schatten eine Rarität war. Außerdem hatte ich die gute Idee, während der heißesten Zeit weiter zu radeln (12 – 16 Uhr). In so einem Fall sollte man nicht zögern, bei Einwohnern um Wasser zu bitten. In der Regel sind sie sehr hilfsbereit und haben es mir noch nie verweigert. Und bei dieser Hitze musste ich auch noch die Höhenunterschiede bewältigen, der sich mit Gepäck noch schwieriger angeht. Auf den Landstraßen ging es ständig bergauf und bergab und es war ziemlich unangenehm, eine Steigung nach der anderen hochradeln zu müssen …

Den ersten Tag beende ich nach 110 km in Belgien, nahe der Grenze, wo ich auf einem Campingplatz wohlverdiente Erholung finde.

Erste Nacht auf einem Campingplatz

Belgien ist nicht ganz so flach, vor allem am Anfang

Vor meiner Abfahrt bekam ich oft Bemerkungen zu hören, wie „keine Sorge, bist du erst mal aus Frankreich raus, läuft es wie von alleine, alles ist flach und außerdem gibt es überall Fahrradwege.” Das stimmt so nicht ganz. Sicherlich gibt es viel mehr Fahrradwege als in Frankreich, auch entlang der großen Straßen, wenn auch ihr Zustand manchmal zu wünschen übrig lässt. Aber in dem Teil Belgiens, den ich durchquert habe, blieben mir Höhenunterschiede nicht erspart … Es stellten sich mir dieselben Herausforderungen wie in Frankreich, das heißt, eine ununterbrochene Folge von Steigungen und Gefälle, oft über Dutzende von Kilometern … Allerdings will ich mich nicht beschweren, die Strecke war doch angenehmer als die in Frankreich, vor allem dank eines rund zwanzig km langen, von der Straße getrennten Fahrradwegs (des RAVeL-Rad- und Wanderwegenetzes), von Grünflächen gesäumt, die mir wohltuenden Schatten spendeten, denn der Tag war genauso heiß wie der Vortag.

Warmshowers, eine erstmalige und sehr gute Erfahrung!

Dann fahre ich für den dritten Tag los. Nichts Besonderes, es beginnt mit ein paar Höhenunterschieden, aber dann wird die Strecke endlich flach. Es gibt weiterhin sehr viele Fahrradwege und es ist angenehm, sich darauf etwas mehr in Sicherheit zu fühlen. Ich fahre neben Straßen, Kanälen und Eisenbahnlinien her. Ein paar Baustellen zwingen mich, Umwege zu fahren, aber ich finde meinen Weg ohne größere Schwierigkeiten. Abends will ich in einem warmshowers übernachten. Warmshowers, für alle, die das nicht kennen, ist eine Website für Radfahrer, auf der man Unterkünfte anbieten oder suchen kann. Das war mein erster Versuch und ich wurde nicht enttäuscht! Ich kam bei einem gewissen Steve an, der mich perfekt empfangen hat. Ich konnte duschen und habe mit seinem Sohn und ihm zu Abend gegessen. Bei einer leckeren vegetarischen Mahlzeit, die er selbst zubereitet hatte, haben wir uns unsere Radreisen und unsere Reisepläne erzählt. Ich durfte in einem sehr gemütlichen Zimmer schlafen und am nächsten Morgen abfahren, wann ich wollte. Das war wirklich eine ausgezeichnete Erfahrung!

Die Niederlande, das Land des Fahrrads

4. Reisetag. Ich fahre vom Norden Belgiens ab, ungefähr 10 km von der holländischen Grenze entfernt.

Flachland, Wind und Regen

Es ist nicht schwer festzustellen, dass die Niederlande ein flaches Land ist. Der Tag beginnt gut. Ich fahre über die Grenze, folge dann über mehrere Kilometer einem wunderschönen Radweg und bewundere die Landschaft. Allerdings fängt der Wind an zu pfeifen und man spürt ihn sehr gut, eben weil die Landschaft flach ist. Gegen Mittag fängt es an zu regnen. Ich hole meine Regenjacke heraus und radle weiter. Regen ist nicht weiter störend, wenn man gut ausgerüstet ist und dank meiner wasserdichten Satteltaschen bangte ich nicht weiter um mein Gepäck. Ich kam schließlich ohne Zwischenfälle in Rotterdam an, habe aber doch eine Pause in einem Tunnel unter einem Kanal gemacht, um zu warten, bis der Regen aufhörte.

Ein letzter Tag, der die Reise perfekt abschließt

Nachdem ich in Rotterdam bei einem Freund übernachtet habe, fahre ich morgens gegen 11 Uhr weiter. Ich erreiche mühelos den LF2, internationaler Radweg Brüssel-Antwerpen-Amsterdam, von dem ich schon bestimmte Teile befahren habe. Es ist schönes Wetter, wenig Wind, es läuft gut … Ich fahre über wunderschöne Radwege inmitten von Grünflächen, an Kanälen und Seen entlang, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 25 km/h (gegen 18-19 km/h für den Rest der Reise). Nach einem sehr guten Tag ohne Zwischenfälle (außer einem zehn Minuten langen leichten Regen), komme ich endlich gegen 16 Uhr in Amsterdam an, wo ich Ferien mit Freunden verbringen werde!

So viel zu dieser Reise.

Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen gefallen und wir werden uns bald für andere Abenteuer wieder treffen.

Zaher M.

übersetzt ins Deutsche von Ines Stauss

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